Dein Pferd hat die Räude? So wirst Du sie garantiert wieder los

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Juckreiz, dauerndes Scheuern oder Stampfen, entzündende Stellen und nässende Wunden. Die Räude ist kein Spaß für Dein Pferd. Ursache dieser Plagen ist ein kleines Pferdebiest. Die Milbe. Sie hat sich eingenistet im Fell Deines Pferdes.

Ist die Räude tödlich?

Ja und nein. Es gibt eine Milbenart, bei der die Räude tödlich enden kann. Aber sie tritt selten auf. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Milbenarten, die in unseren Breitengraden unterwegs sind.

  1. Die schuppenfressende Milbe löst Fußräude aus. Die Milben machen es sich in den Fesseln Deines Pferdes bequem. Sie nagen an den Hautschuppen. Die Fußräude kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Mauke führen.
  2. Die Grabmilbe. Der Name sagt schon alles. Sie gräbt sich durch den Körper Deines Pferdes und legt sich Bohrgänge an. Sie ernährt sich von der Haut, dem Blut und der Lymphflüssigkeit Deines Pferdes. Im schlimmsten Fall kann Dein Pferd sogar daran sterben. Sie sind aber nicht sehr verbreitet, eher Einzelfälle. Du findest  sie anfangs an Kopf und Widerrist, dann im ganzen Pferdekörper
  3. Die Saugmilbe. Sie saugt sich gerne im Mähnen und Schweifbereich fest. Und an den Innenschenkeln. Sie frisst Blut.

Räude (Foto: Alan R. Walker, CC3.0)

Wie ansteckend ist die Räude?

Leider ist die Räude ansteckend. Sie wird von Pferd zu Pferd übertragen. Die Milben sind Parasiten und sie brauchen einen Wirt. Sie werden sich also von Pferd zu Pferd schwingen, um zu überleben. Wenn Dein Pferd also in der Herde steht, besteht die Gefahr, dass es sich anstecken kann, wenn ein anderes Pferd bereits die Räude hat*

Deswegen ist es besonders wichtig, dass jedes Pferd ein eigenes Putzzeug und Sattelzeug hat. Denn darin können sich die kleinen Biester gut einnisten. Sie können außerhalb des Wirtes einige Wochen gut überleben. Du machst dann auch noch den kostenlos Taxifahrer, in dem Du die Milben mit dem Bürsten“taxi“ von Pferd zu Pferd transportierst.

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Räude behandeln – wie geht das?

Du brauchst Medikamente, wenn der Milbenbefall schon stark ist. Es gibt Präparate, die als Paste ins Pferdemaul müssen. So kommen sie über den Darm ins Blut und dann in die Haut. Wo sie wiederum die Milben bekämpfen. Diese Präparate hat Dein Tierarzt.

Wichtig: Bitte immer wieder über einen Milbentest überprüfen, ob der Milbenbefall schon weg ist. Denn die Medikamente belasten natürlich auch den Organismus Deines Pferdes.

Dazu kannst Du dann noch mit Sprays und Spezialshampoos* den Milbenbefall äußerlich behandeln. Es ist hilfreich, wenn Du die betroffenen Stellen scherst, da sich die Milben dann nicht so gut in den Pferdehaaren verstecken können.

Wichtig: Es müssen immer alle Pferde behandelt werden. Sonst bekommst Du ein fröhliches Ping Pong der Milbengesellschaft. Es reicht also nicht, wenn Du nur Dein Pferd behandelst. Binde die ganze Stallgemeinschaft mit ein. Auch wenn es vielleicht blöd ist und Du ungerne alle fragen oder überreden willst. Aber sonst wirst Du die Milben nie ganz los. Dazu gehört auch, dass alle Decken und alles Putzzeug gereingt wird. Also einmal intensiver Frühjahrsputz bitte.

Vier Tipps! So kannst du Milben vorbeugen

Neue Pferde in der Stallgemeinschaft sollten immer erst auf Hauterkrankungen untersucht werden, damit sie nichts einschleppen. Besonders Pferde mit viel Fesselhaar sollten einmal im Jahr gecheckt werden auf Milbenbefall, denn da nisten sich die Milben besonders gerne ein. Umso gesünder Dein Pferd ist, desto weniger Chance hat die Milbe. Also:

  1. Gute artgerechte Ernährung mit Kräuterheu und viel Rauhfutter. Vermeide Kraftfutter. Und Du kannst das Immunsystem Deines Pferdes und seiner Haut mit einer Kur stärken
  2. Sauberer Stall und saubere Weide
  3. Schöne trockene Streu in der Paddockbox und im Offenstall
  4. Viel Bewegung

Wenn Du das alles beachtest, wirst Du die Milben garantiert los.

Können Milben auch den Menschen befallen?

Zum Schluss eine gute und eine schlechte Nachricht. Ja, Milben können auch den Menschen befallen. Aber in der Regel bleibt die Milbe auf dem Pferd und kann sich auch nicht dauerhaft am Menschen einnisten, da sie auf Pferde und andere haarige Tere spezialisiert ist.

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